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Eingebürgert und angepasst - der Waschbär in Deutschland

Die einen schmelzen dahin, wenn sie in dieses possierliche Maskengesicht sehen, die anderen verfluchen ihn, den kleinen Bären, der ursprünglich aus Nordamerika nach Deutschland gebracht wurde und sich hier bei uns schnell angepasst und verbreitet hat. Er gehört zum (insbesondere nächtlichem) Stadtbild Berlins, ebenso wie Fuchs, Wildschwein, Steinmarder und all die anderen Wildtiere, die sich hier angesiedelt haben.

 

Endlich konnte auch ich einen fotografieren und ich kann sagen, ich gehöre eindeutig zur Kategorie I, also zu jenen, die sich in ihn verlieben, wenn sie ihn sehen. Trotz zwischenzeitlichem Fauchen und beißendem Geruch, ist er ein so putziger Geselle!

 

Aber ich kann das ja auch ganz leichtfertig sagen, schließlich habe ich ihn im Wald getroffen. Und er hat sich nicht unter meinem Dachboden eingenistet, bedient sich nicht an der gedeckten Kaffeetafel auf meiner Terrasse und kippt auch die Mülltonne vor der Haustür nicht aus. Denn das macht er tatsächlich häufig und gerne im Stadtgebiet und ihn dann wieder loszuwerden ist ein äußerst schwieriges, wenn nicht beinahe unmögliches Unterfangen. 

 

Wie bei allen Wildtieren gilt auch hier: Keinesfalls anlocken oder streicheln! Waschbären sind und bleiben Raubtiere und können in Situationen, in denen sie sich eingeengt fühlen, Angst oder Unsicherheit spüren, durchaus ordentlich zubeißen. Insbesondere auf ein Anlocken mit Futter sollte unbedingt verzichtet werden, da die Tiere sehr aufdringlich werden können und keine Fluchtdistanz zum Menschen mehr einhalten. Unabhängig hiervon ist das Füttern von Wildtieren auch nach dem Landesjagdgesetz Berlin grundsätzlich verboten.