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Eichhörnchen mit Höhenangst...?

Eigentlich unvorstellbar, ein Eichhörnchen, dass sich nicht so recht auf Bäume traut. Aber der Blick und Körperhaltung zeigten es eindeutig: Hier war ein kleines und noch sehr ängstliches Kerlchen dabei, die ersten Kletterversuche zu machen. Und das offensichtlich allein auf weiter Flur. 

Das winzig kleine Ding, noch süß pummelig, war zuvor sehr flink am Boden unterwegs, aber als es mich erblickte, sprang es erschrocken Richtung Baum. Dort hing es dann am Stamm und wusste offensichtlich selbst nicht so recht, was es dort sollte. Langsam kletterte es weiter hinauf bis es eine Astgabel erreichte und dort zusammengekauert sitzen blieb.

 

Ohne Frage, es war noch sehr unsicher und muss das Klettern erst noch richtig lernen, aber Höhenangst...? Nein, sicher nicht. ICH war der Übeltäter, der das kleine Hörnchen offensichtlich mit meiner Anwesenheit so erschreckt hatte. Ach, was tat mir das leid!! Aber was sollte ich machen? Ich dachte natürlich sofort an Rückzug, aber was, wenn ich es mit meinen Bewegungen dann vielleicht erst recht in Panik versetzen würde? Ich beschloss also, möglichst unbeweglich stehen zu bleiben und fing an, leise und monoton auf das Kleine einzureden. Ich habe mit diesem Gebrabbel schon häufig Erfolg bei den Füchsen gehabt, weshalb also nicht auch bei einem Eichhörnchenkind?

Ich redete also und redete und redete mit sanfter Stimme und tatsächlich, es schien sich zu entspannen und der Angst wich sichtbar Neugier. 

Schritt für Schritt wanderte es vorsichtig auf dem Ast entlang und hielt immer wieder inne, um mich anzusehen. Irgendwann ging ich dann, immer noch vor mich hin murmelnd, langsam rückwärts und entfernte mich ein ganzes Stück. Kurze Zeit später konnte ich noch sehen, wie es weiter den Stamm hinauf kletterte. Hach, von wegen Höhenangst ;-)