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Hauruck...!

Ich finde es viel einfacher, eine schöne Fuchsaufnahme zu machen, als die einer Maus. Und wie es so ist mit Dingen, die nicht nach meiner Nase laufen, kann ich ziemlich stur und dickköpfig werden. Im Innern tobt dann ein kleiner stampfender Teufel, der immer ruft: "Ich will, ich will, ich will aber unbedingt eine Maus fotografieren!!" 

 

Mit solch trotziger Herangehensweise erreicht man natürlich gar nichts! Auf Biegen und Brechen etwas erzwingen wollen war noch nie ein gutes Mittel. Es sei denn, man nutzt diese Bockigkeit für sich, setzt sich im Fall der Maus starrköpfig hin und wartet. Und wartet. Und wartet. 

Andere würden es vielleicht Ausdauer oder Geduld nennen. Ach, wenn die wüssten...

 

Jetzt habe ich natürlich nicht einfach so irgendwo in der Walachei gesessen, sondern dort, wo ich bereits in den letzten Monaten ab und an eine vorbeihuschende Maus gesehen hatte. Und an diesem Tag flitzte endlich wieder eine quer über den Weg. Ich legte eine Haselnuss an die Stelle, an der sie gerade verschwunden war, richtete die Kamera aus und da schmulten schon zwei große Knopfaugen aus dem Laub hervor.

Es war so wundervoll, dieses kleine Wesen, kaum dass es die Haselnuss mühsam in ein Versteck geschleppt hatte, erneut anzulocken. Nach zwei Stunden legte ich schließlich die Kamera weg und hielt die letzte Nuss in meiner Hand dicht über dem Boden. Die Kleine brauchte einige Anläufe bis sie dann doch genug Vertrauen gefasst hatte, mir die Nuss ganz vorsichtig aus der Hand zu nehmen. Sie sah mich dabei mit ihren großen Augen ängstlich an und mein Herz schmolz restlos dahin. Seufz...