Angriff...!

Vier Eichhörnchen turnen auf den Bäumen herum. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinsehen soll, als sie plötzlich, von einer Sekunde auf die nächste, an Ort und Stelle erstarren. Totale Stille. Kein Vogelzwitschern mehr, nichts.

Und dann bemerke auch ich ihn: den Rothabicht.

Für einen Moment bin ich selbst erstarrt. Dann besinne ich mich wieder auf die Kamera in meiner Hand und versuche, von meinem Standort aus, vorsichtig die Lage zu dokumentieren. In unmittelbarer Nähe zum Habicht krallt sich eines der Hörnchen am Stamm fest. Keinesfalls möchte ich Zeuge eines Angriffs werden, schießt es mir durch den Kopf. Aber statt den Versuch zu unternehmen, den Vogel zu vertreiben, konzentriere ich mich auf die Kameraeinstellungen und schwenke vorsichtig in Richtung der anderen erstarrten Eichhörnchen.

Bei jedem einzelnen kann man die Anspannung sogar in den Augen lesen. Ich habe jedes Zeitgefühl verloren, merke aber, dass ich kaum noch still stehen kann. Wie machen das nur die Hörnchen, die in unmöglicher Haltung nun schon so lange ausharren?

Der Habicht hat mich längst bemerkt. Ich möchte am liebsten in die Hände klatschen, habe aber Angst, dass sich die Hörnchen dann vielleicht bewegen und damit in große Gefahr bringen. Ich habe meine Gedanken noch nicht zu Ende gedacht, als der Habicht so still, wie er kam, einfach wieder davon fliegt.

Es dauert eine ganze Weile, bis das erste Hörnchen sich vorsichtig bewegt und das Vogelgezwitscher wieder einsetzt. 

 

Mein Herz klopft zum Zerspringen, meine Hände zittern. Und dann macht sich die Erleichterung breit.