So müde wie heute war ich seit gestern nicht mehr!

Es ist früher Abend, das Thermometer hat die 30 Grad-Grenze immer noch nicht unterschritten, aber ich packe trotzdem meinen Rucksack.

Die Familie lacht mich aus und prophezeit, ich würde bei der Hitze weder Mensch noch Tier begegnen. Egal, ich muss mal wieder raus und zur Not gibt es ja noch Blümchen und Käferchen, die ich ablichten kann.

 

Nach meinem Fußmarsch suche mir ein schattiges Plätzchen in der Nähe der Stelle, an der ich das letzte Mal Foxy begegnet war. Lustlos lasse ich meinen Blick kreisen, nichts zu sehen, ich visiere dann einen Grashalm an, drücke aber nicht ab. Wozu auch?!

Was mach ich hier eigentlich...? Rumsitzen, schwitzen, gähnen und (ja, tatsächlich!) langweilen...

Die Familie hat also doch recht. Im gewissen Sinn jedenfalls. Und zwar dann, wenn ich jetzt meinem Drang, mich wieder auf den Heimweg zu machen, nachgehe.

Und während ich abwäge, hin- und herüberlege, still vor mich hin fluche, da habe ich plötzlich das Gefühl, nicht mehr allein hier zu sein...

 

Ich blicke auf und sehe Foxy, wie sie mich aus der Ferne beobachtet. Ich kann mir einen kleinen Freudenjuchzer einfach nicht verkneifen. Als wäre das das Zeichen,

auf das sie gewartet hat, kommt sie geradlinig auf mich zu und legt sich ohne jegliches Zögern in weniger als 2 Meter Entfernung zu mir ins Gras. 

Ach, wie ich mich freue, sie wiederzusehen!! Das Fell ist nicht mehr so arg struppig und ihr Blick ist wieder klar und sanft. Ich könnte sie stundenlang ansehen.

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich dann nicht doch irgendwann zur Kamera greifen würde. Meine Füchsin lässt sich ja eh nicht mehr durch das Auslösen stören. Sie langweilt sich wohl sogar schon... Oder ist es doch eher die Hitze, die sie veranlasst, ein Nickerchen zu machen?

20 Minuten später reckt sie sich, steht auf und geht -ebenso zielstrebig wie sie gekommen ist- einfach davon. Kein Blick, nichts. Nein, du liebes Tier, ich nehme dir das nicht übel. Ich bin einfach nur dankbar!!!!