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Zwischen Freud und Leid

Hätte mir jemand prophezeit, ich würde eines Tages meine geliebte Foxy nicht erkennen, so hätte ich energisch widersprochen. Aber genau das ist geschehen.

 

Auf den Tag genau vor 2 Monaten hatte ich sie mit ihren beiden Jungen das letzte Mal gesehen. Sie war damals in einem erbärmlichen Zustand, furchtbar abgemagert und doch hatte sie ihren sanftmütigen Blick und begrüßte mich auf ihre freundliche Art als sie mir ihr beiden Jungen zeigte. Auch wenn mich in der Zwischenzeit die andere Fuchsfamilie abgelenkt hatte, in Gedanken fragte ich mich doch häufig, was aus Foxy geworden ist.

Diesmal zeigte sich mir ein sehr traurig und misstrauisch dreinschauender Fuchs. Dünn, mit ausgefranztem Schwanz, einigen verschorften Stellen im Fell und einer schlimm aussehenden Verletzung an der Schulter. 

Stutzig wurde ich, als sich zwei junge Füchse, die mir sehr bekannt vorkamen, dazu gesellten. Ich sah mir die Fotos auf dem Display genauer an und da erkannte ich sie auf einem Foto wieder, an ihrem Überbiss mit dem hervorstehenden Zahn, 'meine Foxy'. Ach, was muss sie Schlimmes erlebt haben, dass sie ihren warmen Blick und ihre zutrauliche Art verloren hatte... Ich setzte mich still auf die Wiese und wartete sehr, sehr lange. Das eine Junge verschwand wieder, das andere blieb in der Nähe. Und Foxy, sie schaffte unentwegt Fressen für die Kleinen heran. Kein Wunder, dass die beiden so prächtig aussahen. 

Irgendwann kam sie dann doch auf mich zu und legte sich ein kleines Weilchen neben mich ins Gras.

Als sie dann ging, drehte sie sich nochmals um und sah mich an. Ich kann es nicht erklären, aber ich hatte in diesem Augenblick das Gefühl, dass es ein Lebwohl war und ich sie nicht wiedersehen würde. Es schnürt mir auch jetzt beim Schreiben die Kehle zu. Und ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass mich mein Gefühl täuscht!