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Eine Schüchterne, ein Raufbold und ein Tolpatsch...

1 schlaflose Nacht, 1 langer Arbeitstag und 1 halbschlaflose Nacht lagen hinter mir. Der Blutdruck war fast am überschwappen, die Glückshormone spielten auch immer noch verrückt. Der Wunsch, diese kleine Rasselbande noch einmal erleben zu dürfen wurde

stündlich größer. Ich hatte einen freien Tag und machte mich voll Erwartung auf den 20 minütigen Weg zum Fuchsbau.

 

Mir war natürlich klar, dass ich nicht sofort Glück haben würde, aber dass ich dann doch wieder bis zum frühen Abend warten 

musste, strapazierte meine Geduld schon etwas. Ich habe mich in dieser Zeit nur bewegt, um die Sonne immer im Rücken zu behalten. Gegenlicht sollte diesmal ausgeschlossen sein. Wenn sie sich denn überhaupt blicken lassen würden, die kleinen Racker...

 

Dann kam der große Moment. Ein Junges traute sich heraus, guckte mich an und verschwand sofort wieder. Dieses Spiel wiederholte sich einige Male bis die Füchsin sich mit Fressen im Maul näherte. Erstaunlich, dass sie das nicht schon längst vorher getan hatte. Ich bekam ein schlechtes Gewissen, weil ich befürchtete, ich wäre vielleicht der Grund dafür gewesen. Aber jetzt war ja die Welt offenbar für Familie Fuchs (und mich) wieder in Ordnung.

Ich habe so viel aus weniger als 10 Metern Entfernung erleben dürfen: Mutterliebe, Geschwisterliebe, Geschwisterkämpfe, einen Bienenfänger, einen Träumer, einen Tolpatsch, eine (bestimmt ein Mädchen!) zarte Schüchterne, einen Raufbolden, und, und, und...

Glücksmomente, die ich nicht beschreiben kann!!

Die Kleinen reagierten auf jedes Geräusch und jede Bewegung meinerseits sehr ängstlich, aber dann siegte doch immer wieder die Neugier. Und Mutter Fuchs? Sie kam zwischenzeitlich zu mir und traute sich bei ihrem letzten Besuch an mich heran und beschnupperte vorsichtig die Kamera. Ich traute mich kaum noch zu atmen...

Der Herr Papa stattete seiner Familie auch zwei Besuche ab. Hatte aber mit Toben oder Kuscheln offenbar nichts am Hut und verschwand recht schnell wieder. 

 

Ach, ihr lieben Füchse, ich liebe euch alle! Auch wenn ich gerade erfahren habe, dass ein Bekannter seine Eier wieder im Supermarkt kaufen muss, weil ein Fuchs gerade die ganzen... Oh weh!